top of page

Geburt von Olivia

Schon in meiner ersten Schwangerschaft entschied ich mich zu einer Hausgeburt (damals mit einer anderen Hebamme). Allerdings wurde diese in die Klinik verlegt, da die Geburt zu lange dauerte.

In meiner 2. Schwangerschaft wollte ich ebenfalls wieder eine Hausgeburt. Dieses mal wollte ich mich nicht mehr verunsichern lassen, da ich nach wie vor der Meinung bin, dass auch unser 1. Kind zuhause geboren wäre, wenn nicht einige Dinge im Vorfeld schief gelaufen wären.

Nun war ich also auf der Suche nach einer Hebamme, die den Wunsch nach einer selbstbestimmten Schwangerschaft und Geburt wahrnimmt und habe Sabine gefunden.

Die Vorsorge fand, außer den Ultraschallterminen, durch sie bei uns zuhause statt. Vor allem mit Kleinkind zu Hause genoss ich es sehr, nicht noch zur Vorsorge zu fahren und längere Wartezeiten im Wartezimmer ließen sich so auch vermeiden. In den Vorsorgen wurde auf mein Gefühl/Meinung eingegangen, ob es dem Kind und mir gut geht. Das hat mich und auch die Bindung zu unserem Baby sehr gestärkt, da ich mich ernst genommen gefühlt habe und ein immer besseres Vertrauen in meinen Körper und das Baby für die Schwangerschaft und Geburt entwickelt habe. Ich wusste, dass alles in Ordnung ist und dass es dieses mal eine andere Geburt werden wird.

Am 17. Januar hatte ich nun den ganzen Tag über leichte Wehen, die ich aber als Senk- und Übungswehen abtat. Gegen Abend und vor allem wenn ich mich bückte, wurden sie zunehmend stärker aber noch unregelmäßig und in längeren Abständen. Also schickte ich meinen Mann mit unserem Sohn einkaufen, um noch etwas ausruhen zu können. Als mein Sohn dann nach Hause kam, rannte er voller Vorfreude auf mich zu und sagte „das Baby kommt bald raus“ (obwohl er von den Wehen nichts wusste).

Mein Mann brachte also unseren Sohn ins Bett und ich ging ebenfalls früh schlafen, konnte aber nicht einschlafen. Gegen 22 Uhr habe ich in meinem Körper ein kurzes „Plopp“ gespürt, es war aber nicht die Fruchtblase. Von da an wusste ich, dass etwas anders war. Die Wehen kamen nun in regelmäßigen Abständen und im Liegen waren sie nicht mehr wirklich auszuhalten. Also ging ich ins Wohnzimmer, veratmete die Wehen im stehen und informierte Sabine. Sie meinte jedoch, ich solle mich noch etwas ausruhen ( zu diesem Zeitpunkt konnte ich noch normal reden).

Als die Großeltern etwa eine Stunde später den Großen abholten, waren die Wehen schon stärker, aber aushaltbar. Mit dem veratmen kam ich gut zurecht. Allerdings wurden die Abstände immer kürzer und ich bat meinen Mann, mir ein Bad einzulassen, und hoffte das sich das durch das warme Wasser wieder beruhigt. Als er das getan hatte bat ich ihn noch mal Sabine anzurufen, da die Wehen jetzt doch recht intensiv waren und ich sie gerne an meiner Seite hätte. Nach zwei unglaublich anstrengenden Wehen, die ich auch nicht mehr verarmten konnte, ging ich ins Bad und wollte in die Badewanne steigen (ich dachte zu diesem Zeitpunkt noch, das sind aber schmerzhafte Wehen für den Anfang, das schaffe ich nicht bis zum Schluss, dabei war es schon fast geschafft). Als ich mich an der Wanne festhielt, um reinzusteigen, überraschte mich auch schon die erste Presswehe. Daraufhin rief mein Mann noch mal Sabine an und informierte sie, sie war bereits auf dem Weg. Ich wusste aber schon, dass sie das nicht rechtzeitig schaffen wird. Also hatte ich die Wahl zwischen Panik und einfach weiter machen. Ich entschied mich dann für das 2. Nach ein paar weiteren Wehen war auch schon das Köpfchen geboren (ich hockte zwischen Badewanne und Toilette, mein Mann schaute aus etwas Abstand zu). Meinen Mann bat ich nichts zu machen und nichts anzufassen, was ich auch mehrmals wiederholte, sodass er dann einfach nur dastand und zuschaute (ich bin ihm sehr dankbar, dass er in dem Moment einfach ruhig geblieben ist, er meinte im Nachhinein, dass er in dem Moment gar nicht verstanden hat, dass das Baby nun geboren wird). Nun drehten sich die Schultern. Das habe ich dieses Mal sehr gut wahrgenommen: etwas, das ich niemals vergessen werde, weil es so faszinierend ist. Dann ist Olivia auch schon komplett in meine Hände geboren (um 0:43 Uhr). Sie hatte die Nabelschnur um den Hals, diese wickelte ich ab und nahm sie hoch. Nach sehr kurzer Zeit begann sie auch kurz zu weinen und zu atmen. Sie war von Anfang an fit und hatte eine schöne Farbe, also machte ich mir keine Sorgen. Wir wickelten sie in ein Handtuch ein und ich lief mit ihr im Arm zum Sofa, wo wir dann auf Sabine warteten. Ca 10 Minuten nach der Geburt kam Sabine dann. Da aber alles in Ordnung war haben wir erst mal auf dem Sofa weiter gekuschelt, bis dann die Plazenta geboren wurde. Sabine versorgte noch den Dammriss und machte die U1 auf unserem Bett. Danach gingen wir alle wieder schlafen.

Bei der Geburt hatte ich Vertrauen in meinen Körper, unser Baby und dass wir das zusammen schaffen werden. Somit hatte ich auch keine Angst. Dies ist auch ein Resultat der tollen Vorsorge in der Schwangerschaft von Sabine. Olivia ist seit drei Generationen das erste Mädchen in meiner Familie, das selbst nicht Teil einer traumatischen Geburtsgeschichte wurde. Ich hoffe, dass sie die Erfahrung ihrer eigenen Geburt stärkt, wenn die selbst einmal Kinder bekommen sollte.

コメント


bottom of page