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Geburt von Dennis

November 14, 2018

Sabine und ich lernten uns erst spät in der Schwangerschaft kennen, so um die 24. Woche. Bis dahin hatte ich keine Hebamme, weil ich meinte keine zu brauchen (haha…). Mein Mann und ich hatten bereits einen HypnoBirthing-Kurs besucht und waren schon gut aufgeklärt was letztlich auch das Thema Hausgeburt immer präsenter gemacht hat. In mir wuchs nicht nur unser Baby sondern auch mein dringender Wunsch, uns zumindest die Option auf eine Hausgeburt zu schaffen. Ich wollte mich einfach entscheiden können. Es gab natürlich noch viele Fragen, welche Sabine stets souverän, ehrlich und realistisch beantwortete. Sie war dabei weder überzogen positiv noch unnötig negativ (wo keine Probleme sind muss man auch keine machen). Ich hatte den Eindruck, wir sind bei ihr gut aufgehoben. Aber nicht nur wir hatten Fragen, auch Sabine wollte einiges von mir wissen ;-) Ich durfte einen ausführlichen Anamnese-Bogen ausfüllen welchen wir auch gemeinsam durchsprachen, damit auch Sabine sich auf mich einstellen konnte. Sie stellte auch schnell klar, dass die Vorbereitung auf eine Hausgeburt nicht automatisch auch eine Hausgeburt nach sich zieht. Das hängt von vielen Faktoren ab, nicht zuletzt dem, ob man es, wenn´s dann „ernst“ wird, tatsächlich noch will. Soll heißen: man hat jederzeit die Freiheit sich um zu entscheiden. Bei uns standen jedoch alle Zeichen auf „GO“!

Am 27.02.2018 morgens um ca. 03:00 Uhr bemerkte ich zum ersten Mal Wehen. Sie waren nicht sehr stark aber reichten doch um mich zu wecken. Ich war mir sicher, dass es sich um Wehen handeln musste, da ich so etwas während der gesamten Schwangerschaft nicht gespürt hatte. Es war ein regelmäßiges Ziehen, ca. alle 5 min für 50 Sekunden, vorne runter und im unteren Rücken. Ich blieb erst mal noch liegen und wartete ab… so gegen 05:30 Uhr beschloss ich heiß duschen zu gehen um zu schauen ob die Wehen dadurch weniger oder mehr werden. Es blieb unverändert. Um 06:30 Uhr rief ich Sabine an um ihr mitzuteilen, dass wir wohl „gestartet“ sind. Sie war nun vorgewarnt und bat mich, mich zu melden wenn sich was verändert bzw. wenn ich sie brauche. Nachdem mein Mann zur Arbeit gefahren war,  habe ich es mir auf dem Sofa gemütlich gemacht und dabei die Wehen beobachtet. Die Abstände wurden wieder deutlich länger und unregelmäßiger, ich bin zwischendurch immer wieder eingenickt. Mittags um ca. 13:30 Uhr erkundigte sich Sabine, wie es mir denn geht… Ich konnte nur sagen, dass ich keine Ahnung habe wohin das führt, die Wehen zwar wieder langsam regelmäßiger werden aber das war es dann auch schon. Sie schlug vor später noch vorbei zu kommen da sie eh in der Nähe sein würde. Das fand ich super und war genau das was ich in dem Moment hören wollte J Um ca. 18:00 Uhr traf sie bei uns ein. Mittlerweile kamen die Wehen dann noch etwas kontinuierlicher aber immer noch so, dass ich nicht wirklich das Gefühl hatte es würde richtig voran gehen. Zu dem Zeitpunkt war ich etwas genervt oder... nennen wir es ungeduldig ;-) Auch dass die Wehen während Sabine da war jetzt auch intensiver wurden änderte zunächst nichts an meiner Stimmung. Sabine fand das, glaube ich, ganz lustig… bestimmt ahnte sie schon was.. Sie war jedenfalls total positiv gestimmt und meinte, dass sie mich jetzt erst mal untersuchen würde. Ich gab ihr mein Einverständnis auch nach dem Muttermund zu schauen, weil ich wissen wollte ob sich da schon was getan hatte und wir wirklich auf dem Weg sind oder eben nicht, einfach um mich darauf einstellen zu können. Bei der Untersuchung grinste Sabine mich an und meinte nur: „alles super, Muttermund ist ca. bei  4cm und das Gewebe ist weich!“ Darüber habe ich mich zwar gefreut, mir war aber auch klar, dass das nichts heißen muss und es noch dauern kann…  Während ich so langsam mehr und mehr mit den Wehen beschäftigt war, bauten Sabine und mein Mann den aufblasbaren Geburtspool auf, denn sie mitgebracht hatte. Gegen 19:30 Uhr war das erledigt und wir vereinbarten, dass Sabine nochmal gehen kann und wir uns melden wenn wir sie brauchen. Ich stieg ca. um 20:00 Uhr in den Pool und kaum saß ich drin, gewannen die Wehen deutlich an Fahrt! Die Atmosphäre bei uns im Wohnzimmer war ganz entspannt und gemütlich, überall waren Kerzen an, die Duftlampe verströmte ihr Aroma, es lief die Musik, welche wir für die Geburt ausgewählt hatten, mein Mann saß auf dem Boden vor mir und begleitete mich durch seine reine Anwesenheit durch die Wehen. Es war einfach alles genau so wie ich es mir gewünscht hatte. Wir waren glaube ich ziemlich versunken, keiner von uns kam auf die Idee, dass es vielleicht gut wäre, wenn Sabine langsam wieder kommt, denn die Wehen kamen jetzt schon Schlag auf Schlag. Gut, dass sie sich gegen 21:00 Uhr nochmal bei uns meldete, um sich zu erkundigen wie es mir mittlerweile geht. Sie bot an zu kommen wenn wir sie in Gesellschaft möchten. Mein Mann und ich haben noch diskutiert ob es denn schon nötig ist, hätte ja sein können, dass es noch die ganze Nacht dauert :-D aber als die nächste Wehe vorbei war, habe ich mir dann schon gewünscht, dass Sabine kommt.  Kurze Zeit später war sie auch schon wieder da. Nachdem sie gesehen hat, dass alles ganz entspannt seinen Lauf nimmt hat sie sich in aller Ruhe „eingerichtet“ und anschließend die Herztöne abgehört, alles war bestens. Ich hab sie irgendwann gefragt, wie lange es denn noch dauert (haha) Sabine fand das auch sehr amüsant und meinte mit einem lieben Grinsen, dass sie das leider nicht sagen kann (NATÜRLICH NICHT ;-D) wir aber richtig gut und schnell unterwegs sind. Das reichte um mich weiter zu motivieren. Irgendwann spürte ich, dass es mit reiner Entspannung nicht mehr getan ist und ich mit schieben muss, was ich dann auch fleißig tat. In dieser letzten Phase der Geburt, hatte ich das Gefühl keine aktive Kontrolle mehr über meinen Körper zu haben, außer was die Intensität des mit Schiebens angeht ;-) Ich meine das im positiven Sinne. Es war beeindruckend zu beobachten bzw. zu spüren mit welchen Instinkten die Natur den weiblichen Körper ausgestattet hat…  Ich konnte genau fühlen wie das Köpfchen meines Sohnes das Gewebe nach und nach auf dehnte, immer ein Stückchen weiter, eine Wehenpause lang in der stärksten Dehnung verweilte und schließlich geboren wurde. Der Moment als das Köpfchen auf halben Weg „stecken blieb“ war schon etwas unangenehm, aber das war glaube ich auch viel Kopfsache, ich habe sogar versucht ohne Wehe etwas weiter zu schieben – das war noch unangenehmer. Als ich mich jedoch bewusst entspannte und einfach auf die nächste Wehe wartete ging es. Der Rest ging ganz schnell, ich hatte kaum richtig durchgeatmet da fühlte ich innerlich so etwas wie ein Ruckeln (besser kann ich es nicht beschreiben) und dann war auch schon der Körper geboren.  Zu diesem Zeitpunkt war es 23:40 Uhr, die eigentliche Geburt dauerte also nicht einmal 5 Stunden. Sabine schob mir meinen Sohn unter Wasser zwischen den Beinen durch und ich nahm ihn auf. Diesen Moment kann ich nicht in Worten beschreiben…

Ich blieb noch eine Zeit lang im Wasser sitzen und schaute meinen Sohn einfach nur erstaunt an. Er erwiderte meinen Blick mit ganz wachen und aufmerksamen Augen, hat nicht geschrien, nur ruhig und entspannt geatmet. Unglaublich, dass er noch wenige Augenblicke zuvor in meinem Bauch gewesen sein soll.. Sabine half uns schließlich aus dem Pool und begleitete uns auf die gemütliche Sofaecke, die sie nebenher für uns vorbereitet hatte. Wir nutzten die nächsten Stunden für ausgiebiges Kuscheln, die ersten Stillversuche und gegenseitiges Bestaunen. Zwischendurch wurde die Plazenta geboren und Sabine untersuchte, ob ich Verletzungen davongetragen habe. Außer einem sehr kleinen Scheidenriss war nichts zu sehen (juhuuu). Anschließend schauten wir uns die Plazenta nochmal gemeinsam an, das war sehr interessant, denn sowas bekommt man ja nicht alle Tage zu sehen ;-)

Als ich gerade im Begriff war aufzustehen um noch kurz zu duschen bevor Sabine geht, bekam ich sehr starke Schmerzen im Scheiden/Darm Bereich, wir waren alle überrascht. Die Schmerzen waren so schlimm, dass ich nicht mehr aufstehen konnte. Hier konnte auch Sabine nichts machen, es blieb uns nichts anderes übrig als den Krankenwagen zu rufen. Sabine und mein Mann mit Baby fuhren ins die Klinik nach. Es stellte sich heraus, dass sich in der Scheide ein großes Hämatom gebildet hatte, welches geöffnet werden musste. Das war schnell erledigt, doch musste ich den Tag über in der Klinik bleiben.

Trotzdem war es ein wunderschönes Geburtserlebnis und ich wünsche mir von Herzen für eine zweite Geburt wieder zuhause sein zu können. Sabine hat einen riesigen Teil zu dieser Erfahrung beigetragen, durch sie habe ich mich während der ganzen Zeit beschützt gefühlt und konnte mich so ganz dem Geschehen hingeben. DANKE SABINE <3

Jeder werdenden Mama, möchte ich gerne mitgeben, dass ich das tiefe Vertrauen zu mir selbst und zu meinem Kind als entscheidend für die schöne Entwicklung unserer Geburt empfunden habe.

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