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Geburt von Bela

November 29, 2017

Wir waren gerade aufgebrochen zu einer Reise auf unbestimmt lange Zeit – da waren wir auch schon schwanger... Wir waren dann noch bis zum 7. Monat unterwegs in Nord- und Südamerika, erlebten viele Abenteuer und lernten dabei unter anderem auch unterschiedliche Weisen kennen, Kinder zur Welt zu bringen. Eine Chilenin beschrieb die Erfahrung, zu Hause zu gebären als “the most amazing thing I've done”. Bald wurde mir klar, dass es auch für mich die natürlichste und schönste Vorstellung ist, unser Kind “zu Hause” zu bekommen. In Kanada begleitete uns dann zwei Monate eine Hebamme, die uns in diesem Wunsch bestärkte und uns viele Geschichten erzählte von Hausgeburten.

 

Zwei Monate vor dem von uns geschätzten Geburtstermin sind wir zurück nach Deutschland gereist. Dort machten wir uns zuallererst auf die Suche nach einer Hebamme. Und zum Glück fanden wir Sabine, die auch Hausgeburten betreut. Bei den wenigen Treffen vor der Geburt lernten wir uns gegenseitig etwas kennen. Als dann die Wehen einsetzten und Sabine wenig später kam, war ich richtig froh, sie als erfahrene Hebamme an meiner Seite zu haben. Neben ihr und meinem Partner waren auch meine Schwester und meine Mutter während dieser unvergesslichen Stunden dabei.

Ich konnte mich dabei ganz dem überlassen, was da passierte – ohne irgendwelche Einschränkungen oder Anweisungen von außen. Sabine war da, aber sie ließ mich einfach machen, sie begleitete mich, aber ließ uns diesen Weg selber finden. So konnte ich mit der Zeit immer wieder tief in mich hineinspüren und vergaß zwischendurch die anderen um mich herum.

Die Hebamme war dabei gar nicht die ganze Zeit mit uns im Zimmer, aber als die Geburt bevorstand, hatte sie schon alles dafür vorbereitet. In diesem Moment ließ ich mich von ihr führen, atmete mit ihr und dann spürte ich auch schon, wie sich das Köpfchen zwischen meinen Schenkeln hervordrückte. Und blubbernde Geräusche machte! Bevor es noch ganz geboren war, sprach es schon mit uns... ich musste in diesem angespannten Moment fast lachen... “Hey, hey, was ist das?”. Und dann, mit der letzten Wehe, kam unser kleiner Junge heraus und wurde von Sabine entgegengenommen, die ihn mir gleich auf den Bauch legte. Dann ließ sie uns alleine und wir genossen als junge Familie diese Zeit für uns und spürten das Glück, das uns geschenkt worden war.

 

Und dann? Plötzlich wird aus der Schwangerschaft Elternschaft und viele neue und unbekannte Herausforderungen stehen bevor. Auch da war unsere Hebamme immer da, wenn wir sie brauchten. Sie bestärkte uns in unserer Elternschaft; sie gab Rat, aber sie überließ es uns, eine eigene Entscheidung zu finden. Es war wunderbar, sie in den Tagen nach der Geburt so oft bei uns zu haben und von ihr umsorgt zu werden, ihr Fragen stellen zu können und ihr auch stolz von den jeweils neuen Entwicklungen erzählen zu können. Sie war uns in dieser Zeit wirklich eine gute Vertraute. Nach und nach kam sie dann seltener – immer in Abstimmung mit unseren Wünschen und Bedürfnissen – und so konnten wir in das Elternsein hineinwachsen und unser Vertrauen in uns und in unser Kind konnte sich so ganz natürlich und ungestört entwickeln. Dabei wussten wir, dass wir bei Unsicherheit immer anrufen konnten!

Wir sind wirklich sehr dankbar, dass wir eine so schöne Begleitung für diese besondere Zeit erfahren durften – sogar bis ins zweite Lebensjahr unsere Sohnes hinein!

 

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